märchenstunde

der kreationismus, der in den usa für konflikte zwischen forschern und gottesfürchtigen sorgt, wird auch in grossbritannien populärer. einer umfrage zufolge glaubt nicht einmal jeder zweite brite an die evolution, 40 prozent wünschen kreationismus im biologie-unterricht. (spon)

die einschläge kommen näher. bislang konnten wir noch herzhaft über die naiven, ohnehin ziemlich blöden amis lachen. jetzt steht der nonsens quasi vor der haustür. und wir werden schon bald erleben, dass auch hierzulande wissenschaftliche theorien ernsthaft mit hokuspokus konkurrieren müssen.

die grundlagen sind bereits gelegt. ich hab das dieser tage beim semmel mal in einer diskussion erwähnt: was dem ami sein intelligent design, ist dem deutschen seine homöopathie (auch wenn es nicht 2/3 sind, sondern nur ein drittel). von der astrologie will ich gar nicht erst anfangen, die ist ohnehin international und nicht totzukriegen. für hämische spötteleien besteht jedenfalls kein anlass. spätestens jetzt nicht mehr.




Pöööööh!
;)

Claus

26.01.2006 - 19.52 Uhr


argh..wohin sollen wir fliehen?

rollinger

27.01.2006 - 16.05 Uhr


schwarzafrika. dort glauben die menschen zwar auch jeden mist, tun aber nicht so aufgeklärt. ;-)

vasili

27.01.2006 - 16.09 Uhr


Das mit den Mist ist in meinen Augen naturelement die Evolutionsgläubigkeit.

Einen Schöpfer per se auszschließen, weil es keine “Beweise” für ihn gibt,ist völlig legitim. Jedem seinen Glauben. Aber das ein Schöpfer nicht per se aus der SCHÖPFUNG heraus zu beweisen ist, spricht eher für als gegen ihn (ganz im Sinne des freien Willens).

Das ein Schöpfer aber nun einmal nicht zu beweisen ist (wie auch, wenn der Schöpfer ggfs. einen freien Willen geschaffen hat und nicht durch erdrückende Beweise den geschaffenen Menschen keine Wahl mehr lassen wollte, ihn als Schöpfer zu erkenen bzw. anzuerkennen), sollte nicht grundsätzlich ausschliessen, dass es einen Schöpfer gibt.

Angsicht der sich fast wöchentlich ändernden Meldungen über unser woher, wehalb und wohin sollte niemand dem Menschen schlechtes oder dummes unterstellen, der sich mit dem Schöpfungsgedanken anfreunden konnten bzw. diesen als vermutlich realistischer als eine Abfolge von Triliarden von Miliarden glücklichen Zufälle erachtet.

SOOO abwegig ist der Schöpfungsgedanke nämlich nicht, auch wenn er sich vermutlich schwerlich beweisen lassen wird.

Langer Rede kurzer Sinn:

Pööh.

:) :)

Claus

27.01.2006 - 21.40 Uhr


Doch. Der Gedanke ich seeehhr abwegig. Ich kann mir vieles vorstellen, aber kaum so etwas abwegiges wie einen Schöpfer, der uns aus Knetgummi gemacht hat.

Kristof

27.01.2006 - 22.13 Uhr


claus, genau darum geht’s doch: wenn ein schöpfer nicht beweisbar ist, kann man nur an ihn glauben. und in diesem moment verlässt man die gemeinsame arena. deswegen ist id keine alternative theorie zu der über die evolution, sondern eine bequeme ergänzung für gläubige. eine, die im wissenschaftlichen diskurs nichts zu suchen hat.

vasili

28.01.2006 - 08.38 Uhr


Das mit dem bequem weise ich entschieden und z.b. aus ureigenster erfahrung zurück:

es ist im biologieunterricht alles andere als bequem, wenn man sich als einziger dem allgemeinen volksglauben (sprich: meinen mitschülern, die eigentlich nichts vom thema wussten, trotzdem lachten und sich mehr oder weniger für ihr halbwissen selber auf die schulter klopften) und der allgemeinen lehrmeinung (unterrichtsleiter) entgegenstellen zu müssen.

Claus

30.01.2006 - 21.24 Uhr


mit «bequem» meine ich, dass es leichter ist, lücken mit einer höheren macht zu füllen als nach der tatsächlichen ursache zu suchen. dass es seit den zeiten der aufklärung schwieriger geworden ist, damit auch andere zu überzeugen, will ich gar nicht bestreiten.

vasili

30.01.2006 - 21.56 Uhr


@kristof
zum thema knetgummi:
richtig vorstellen kann ich es mir natürlich auch nicht, nur ist das meiner meinung nach kein argument, dass Schöpfung nicht eben doch möglich wäre.
selbst “wir” (na gut, ich nicht) können doch bereits schon virtuelle welten oder 3d-spiele “erschaffen” (=programmieren), in die wir gesetze und regeln festschreiben, die trotzdem von uns per input jederzeit geändert oder übergangen werden können, nicht aber von der spielfigur (die muss mit unseren regeln nämlich leben).
kleines plug-in hier, patch dort, cheat-funktion an oder aus etc.
wenn ich dann Larry Laffer fragen würde, ob er an “den programierer” glaubt, was würde er wohl antworten, wenn Super-Mario3 im formatierten festplattenbereich reste von donkey-kong teil 1 (taugte nix und wurde gelöscht) finden würde, LAra croft in einer höhle aus level 17 das echo vom schall des “urknalls” (verursacht durch die erste bedienung des netzschalters) nachweisen konnte und schließlich der durchgeknallte Endgegner aus Castle Wolfenstein während einer Nachladepause erklärt, dass alle gefundenen belege im rechner auf einen beginn des dreidimensionalen lebens mittels urknall, höherentwicklung, virenmutation und zufälligen verbesserungen (z.B. nach bluescreens) deuten und eben nicht auf programierung. Abgesehen davon wäre es noch nie beobachtet worden, wie “der programmierer” hier vor ort programiert und dazu der “tron-vorfall” ein mythos sei, der frecherweise historisch verfälscht wurde und somit als unwissenschaftlich abzulehnen sei (wenn es keinen programmierer gibt, dann kann dieser nun einmal auch niemals nicht ins Spiel gelangen). Larry Laffer stimmt dem dann zu, kann er sich doch auch nicht vorstellen, dass nach dem game over eine highsoreliste oder ein auslesbarer speicherstand folgen könnte und geht zurück in die pixel-universität, dabei über das nichts nach ende des spiels oder dem eventuellen neustart in einem anderen leben als nintendogz nachsinnierend. Kaum hat er den Vorlesungssaal betreten, sorgt schon der alleinige gedanke, dass da “jemand” bits und bytes zu polygonen und rendergrafiken verknotet haben soll, bei larry und den ebenfals im vorlesungssaal anwesenden 100 lemmingen für allgemeine erheiterung. Die Lemminge explodieren schließlich vor lachen, als der vortragende professor die frage stellt, ob den “der programmier”, der ja angeblich doch alles programmieren kann, wohl auch einen stein für “sein spiel” programieren könnte, der so schwer ist, dass “der programmier” ihn selbst nicht mehr tragen kann.

Unnötig zu erwähnen, dass ich das jetzt noch meterlang weiterspinnen könnte, wo ich grad so schön in fahrt bin, oder?
;)

ja, schöpfung ist aus der schöpfung heraus nicht beweisbar.
insofern wird id nie mit der evolutionstheorie vergleichbar sein.
insofern gehört id als theorie nicht auf eine stufe mir z.b. der evolutionstheorie gestellt.
das schöpfung nun aber mehr glauben als eine von trilliarde von milliarden glücklichen zufällen lebende theorie erforden soll, kann ich mir nicht erkennen.

claus, der festbeisser, blogvollschreiber und nicht-aufhören-könner.
nicht böse sein, im zweifelsfall bin ich und meine krickelzeilen doch nur eine zufällige laune der natur, die sich auf dem langen weg nach, äh, oben (?) nicht durchsetzt und anschließend in ungefähr 5 millionen jahren irgendwo als mutmaßliches kultopfer (”sieh, als botschaft an die götter wurde diesem unglückseeligen 2-Beiner von seinen stammesangehörigen diese brett mit den vielen tasten und zeichen in den hinteren beckenbereich getreten”) von dreiköpfigen Pferdemenschen für ausstellungszwecke wieder freigepinselt wird.

;) ;)

Claus

31.01.2006 - 01.01 Uhr


oh, es geht schon los? kann ich bitte die lottozahlen für nächsten samstag haben? danke! ;)

van

31.01.2006 - 05.17 Uhr


@claus: also sind wir uns ja einig! id ist kaum verhohlener kreationismus ist glauben ist religion. es steht jedem frei, in der sonntagsschule mehr darüber zu erfahren. im biologieunterricht hat das aber nichts zu suchen.

übrigens illustriert dein beispiel sehr schön den unterschied zwischen einem gläubigen und einem zweifelnden: ich akzeptiere nicht, dass ich eine programmierte figur ohne eigenen willen sein soll, deren entwicklung innerhalb eng gesetzter, extern vorgegebener parameter verläuft. es ist mein leben, das ich hier lebe, nicht das drehbuch des herrn.

vasili

31.01.2006 - 07.42 Uhr


@van: hey, nicht! warte damit, bis der jackpot richtig gross ist… ;-)

vasili

31.01.2006 - 07.44 Uhr


Ich bin zu blöd, um das hier mit dem Trackback in den Griff zu bekommen, deshalb auch hier aus Höflichkeit ein manueller Trackback, zu einem - wenn auch eher kritischen - Kommentar:

http://axonas.twoday.net/stories/1491789/

Julio

31.01.2006 - 13.34 Uhr


…jemand, der zwischen Gleitzeiten, Kleiderordnungen, Frühstücks- und Mittagspausen, Richtlinienkompetenzen, Erholungsurlauben, Sollzahlen, Arbeitnehmerfreibeträgen, Karriereplänen, vermögenwirksamen Leistungen, Brückentagen, Feierabenden, Gehaltsabrechnungen, Betriebsfesten, Versicherungspflichten, Bürozeiten, Riester Renten, Zielvorgaben, Weisungsgebundenheiten, drauflos klingelnden oder piepsenden Weckern, Vorgesetzten und Krawattenzwängen seine Lebensleistung (sprich: das vergrößern der Marktanteile des Unternehmens, an das er sich verkauft hat) erfüllt, spricht die markigen Worte: “ich akzeptiere nicht, dass ich eine programmierte figur ohne eigenen willen sein soll, deren entwicklung innerhalb eng gesetzten, extern vorgegebenen parametern verläuft. es ist mein leben, das ich hier lebe…” also ehrlich .. das entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie (übrigens konstruiert sich “innerhalb” mit Genitiv*g) ..

aber vielleicht wird man einfach so, wenn man einmal in das strahlende Antlitz der Aufklärung geschaut hat und nun “aufgeklärt” ist :-)

Keno

31.01.2006 - 14.10 Uhr


nun, es steht mir doch jederzeit frei, mir einen rübezahlbart zuzulegen, versicherungen zu verkaufen und am ende der welt kühe zu betrauern. aber ich verzichte freiwillig darauf, diese option wahrzunehmen.

p.s.: richtig. da stand erst «in … parametern», bevor ich daraus ein «innerhalb» gemacht habe. ich hab’ den satz dann nicht mehr aufmerksam genug durchgelesen, um diesen fehler zu bemerken. danke für den hinweis.

vasili

31.01.2006 - 15.58 Uhr


@vasili:
beim freien willen haben wir vermutlich aneinander vorbeigeredet.
mit den gesetzen meinte ich erdanziehungskraft, der drang zu atmen, zu essen, zu schlafen etc. und formeln wie 1+1=2 oder a²+b²=c², die geburt und der unausweichliche tod.
der freie wille & zweifeln ist lt. biblischen verständis gottgewollt. jeder soll die möglichkeit haben, so zu leben, wie er es will. und frei wie wir sind, möchte gott ein beziehung zu uns haben. nicht als >10= print “ich liebe gott”, 20= goto 10 repetierkamerad will er sein gegenüber, sondern vielmehr als ein geschöpf “nach seinem bilde” (inkl. des freien willens”).
Der freie wille würde aber auf der strecke bleiben, wenn wir nicht anders als “gott ist da, gott existiert, gott ist die liebe” sagen könnten, weil er direkt vor uns steht und wir es eben sehen, dass es so ist.
der frei wille ist eigentlich eher ein argument für den biblischen gott denn ein argument dagegen.
:o)

Claus

31.01.2006 - 20.24 Uhr


der frei wille ist eigentlich eher ein argument für den biblischen gott denn ein argument dagegen.

nur, wenn man voraussetzt, dass der biblische gott einem den freien willen gegeben hat. da jagt die katze ihren eigenen schwanz. oder nach tv-kaiser: ein teufelskreis!

vasili

01.02.2006 - 01.56 Uhr


:o)

Beginnt lt. Bibel im Paradies mit der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis, die in einer perfekten Welt als Wahlmöglichkeit implentiert war.

Claus

01.02.2006 - 21.25 Uhr


und geht weiter mit der unverhältnismässig grausamen bestrafung derjenigen, die die wahlmöglichkeit wahrgenommen haben. bezeichnend, die moral dieser geschichte, findest du nicht? ;-)

vasili

02.02.2006 - 09.31 Uhr


@Claus ganz oben: Die Idee, wir seinen nur programmierte Geschöpfe, die dies eben nicht merken, ist ein ganz alter Hut, der zu nichts führt. Hat man in vielfachen Varianten gehört: Höhlengleichnis etc. Natürlich kann es sein, dass wir nur der Traum der Regenwürmer oder ein Computerspiel eines Orks sind. Darüber zu diskutieren, wäre Quatsch, weil das ohnehin eine Dimension ist, in die man nicht vordringen kann. Lara Croft fängt auch nicht an, über ihren Schöpfer zu grübeln. Oder Kirchen für ihren Programmierer zu bauen.
Ich jedenfalls habe solche Gedankenspiel wohl mit 12 Jahren beiseite gelegt. Auch ohne die Schöpfungsfrage gibt es unendlich viele mögliche Gedankenspiele, die unser Weltbild auf den Kopf stellen oder erheblich erweitern könnten. Man denke nur an zusätzliche Dimensionen (ausser Raum / Zeit). Vielleicht hocken in einer Parallelwelt hinter einem Doppelspiegel viele kleine grüne Männchen, die uns kichernd zuschauen. Werden wir aber nie erfahren, brauchen wir uns auch nicht drum kümmern.
Es macht nur Sinn, über eine erfahrbare Welt zu spekulieren. Und in der mir vorliegenden Welt gibt es keine evidenten Spuren einer Schöpfungsgestalt, ganz im Gegenteil. Gedanken über diesen Gott, den du meinst, sind genauso Zeitverschwendung wie die über das Spaghettimonster oder Hui Bu oder die grünen Männchen hinter dem Spiegel.

Kristof

02.02.2006 - 09.37 Uhr


@kristof
Das mit den Spuren dieses Gottes würde ich nach einer 2000jährigen christlichen Geschichte und einer noch wasweisich viel längeren jüdischen Geschichte nicht so unterschreiben (was wunder).
Das Jesus gelebt hat, kann als bewiesen abgehakt werden. Das unwahrscheinlich viele seiner Zeitzeugen (also Menschen, die Jesus persönlich kennen gelernt hatten) lieber in den Tod gegangen sind (ebenfalls bewiesene Tatsache) denn ihren neugewonnenen Glauben abzuschwören lässt nicht darauf schließen, dass da nicht etwas ungeheuerliches geschehen ist.
Das kann das Spaghettimonster meines Wissens nach nicht bieten.
Das mit der einen oder den zig weiteren Dimensionen ist übrigens ein Gedankenmodel, das ich für sehr nachvollzeihbar halte (selbst die Bibel spricht von der sichtbaren und unsichtbaren Welt).
:)

Claus

02.02.2006 - 19.49 Uhr


@kristof: das mit dem Programm war übrigens eigentlich nur als Beispiel gedacht, nicht als ernsthafter Erklärungsversuch unseres aktuellen Daseins.
@vasili: ach, so schlimm ist dein Leben doch auch nicht, Kopf hoch, die Sonne scheint auch eines Tages wieder für dich.
;) ;) ;)

Claus

02.02.2006 - 20.01 Uhr


Häh? Und *was* Ungeheuerliches soll das geschehen sein. Komm jetzt bitte nicht mit “Übers Wasser gehen” und “Fischvermehrung”. Gerade die Beschäftigung mit Jesus und seinem Leben legt nahe, dass es sich da um ganz normale Geschichte handelt.
Und für irgendwelche abstrusen Ideen sind schon viele Deppen fröhlich in den Tod gegangen. Aktuelle Parallelen mag ich gar nicht ansprechen.

Kristof

02.02.2006 - 20.53 Uhr


@claus: mit der selben argumentation könnte man behaupten, dass astrologie eine wissenschaft sei - immerhin glauben die leute daran schon länger als an den kleinen wassertreter. das kann doch nicht einfach nur humbug sein!

p.s.: das hier: «ach, so schlimm ist dein Leben doch auch nicht, Kopf hoch, die Sonne scheint auch eines Tages wieder für dich.» verstehe ich nicht…

vasili

02.02.2006 - 21.12 Uhr


@kristof
ich meinte die Auferstehung
die menschen, die jesus persönlich gekannt hatten, hätten sich nach pfingsten (um es mal verkürzt zu datieren) also für etwas töten lassen, von dem sie wussten, dass es nicht wahr ist. wir reden hier von steinigung, kreuz und arena. und davon, dass sie vorh Pfingsten “rechtgläubige” juden waren.
das kann man beim besten willen nicht mit den heutigen islamischen “märtyrern” vergleichen, die von kindesbeinen an nur eine wahrheit gelernt haben. auch nicht mit massenselbstmorden wie in guyana oder ähnlichen fällen. diese leute geben ihr leben, weil sie in der regel der sache glauben, für die sei sterben
die ersten christen hätten sich im krassen gegensatz dazu aber für etwas bestialisch töten lassen,
dass sie selber überhaupt nicht glaubten, von dem sie genau wußten, dass es gelogen ist. nach dem äußerst unangenehmen Tod wäre also weder der Gott Israels noch Christus mit einer wie auch immer geartetebn verheißung oder Herrlichkeit da gewesen. Auch das wieder im kompletten Gegensatz zu den “aktuellen parallelen”.

@vasili
Ich werde nicht verstanden, waah!
Das war als kleine Seitenhieb bzgl. der “unverhältnismässig grausamen bestrafung” gedacht gewesen, da wir ja alle wenn man so will unter der “Strafe” ( Rausschmiss aus dem Paradis, Verbannung als Sterblicher zum Leben im Schweiße des Angesichts und so) leiden und ganz im sinne von “always look on the bright side of life” gemeint.

Claus

02.02.2006 - 22.45 Uhr


Ach was, die alte Geschichte von der Auferstehung (”"Rumms, da war der Heiland weg!”)? Die steht ja sowas von auf tönernen Füssen. Die Berichte vom leeren Grab sind konfus und widersprüchlich, es gibt Gerüchte und gegengerüchte (Bestechung der Wachen) und alles, was zu zeitgenössischen geheimdienstoperationen dazugehört. Sicher ist jedoch, dass Jesus nach all den Prophezeihungen, dem Zeitgeist und seinen eigenen Reden quasi auferstehen musste, um eine effektive propaganda zu ermöglichen.
Weia.

Kristof

02.02.2006 - 23.30 Uhr


für reine propaganda haben sich also die unmittelbar an der verschwörung beteiligten bestialisch töten lassen. zu hnderten.
auch weia.

claus x

03.02.2006 - 10.26 Uhr


Manchmal fühl ich mich so müde …. :-(

Kristof

03.02.2006 - 11.48 Uhr


nur mal so ketzerisch gefragt: welchen beweis gibt’s eigentlich für die angeblichen christenverfolgungen - ausser die in christlichen klöstern bearbeiteten überlieferungen römischer chronisten?

vasili

03.02.2006 - 16.26 Uhr


Naja, rund um die “Auferstehung” gibt es schon eineige historisch halbwegs gesicherte Fakten. Da ja die Kirche gerade Auferstehung ins Zentrum des Glaubens stellt (so oft offenbahrt sich der Herr ja nicht), ist da auch viel dran rumgeforscht worden. Zu dieser Zeit waren viele Strömungen am Werke, die Jesus - Anhänger hatten ja auch eine interessante (und für viele gefährliche) Idee am Start. Zudem reden wir auch nicht von irgendeinem abgelegenen Wüstendorf, sondern von einer römischen Provinz mit vielen kulturellen Einflüssen und Machtinteressen. Was auch immer da passiert ist, ist sicherlich von im Licht von Machtkämpfen zu werten, die Zeugnisse sind dementsprechend zu werten. Hätte das ganze in Amerika in den 60er - Jahren stattgefunden, würden die Leute wie selbstverständlich “Verschwörung”, “CIA” und “KGB” schreien.

Interessant auch, dass sich die Kirche so sehr auf das “leere Grab” stützt, fast noch mehr als auf das Auftreten von Jesus später. Ohne leeres Grab ist alles Lüge, sozusagen. Dabei beweist ein leeres Grab ja nun gar nichts. Alles sehr hanebüchen, das. Nachdem im Licht der historischen Betrachtung eigentlich alle Wundertaten von Jesus ganz vernünftige Erklärungen erfahren haben, klammert man sich hier an das letzte halbwegs unwidersprochene Faktum.

Ich bin kein Historiker und habe grad alle Fakten parat. Wie dem auch sei, seinen Glauben auf ein aufgeregtes Grüppchen von 200 Jahren Dahingemetzelter zu stützen, finde ich recht gewagt.

Kristof

03.02.2006 - 16.54 Uhr


(Edit, edit, edit.)

Kristof

03.02.2006 - 16.56 Uhr


@vasili: ein beweis wäre doch z.b. mal, dass die christenverfolgung nie aufgehört hat und das angehörige der christlichen religion bis in unsere gegenwart verfolgt bzw. bedrängt werden.
das die bibel z.b. eben nicht im laufe der jahrhunderte ordenlich ausgeschmückt / aufgemotzt wurde dürfte als gesichert gelten, da die fragmente, die hier und da gefunden oder ausgebuddelt wurden, im vergleich zu unseren heutigen text da eine sehr klare antwort drauf gegeben haben.
@kristof: seinen Glauben auf ein aufgeregtes Grüppchen von vor 2000 Jahren Dahingemetzelter zu stützen fände ich auch recht gewagt.

Claus

03.02.2006 - 19.59 Uhr


Ja sondern?

Kristof

03.02.2006 - 20.47 Uhr


@claus: ein schicksal, dass die christen mit juden, muslimen, hindus, scientologen und was weiss ich wievielen religionsgemeinschaften teilen.

das alte testament konnte man nicht verfälschen, das wäre auffällig geworden, da die juden ja noch das original hatten. die die masse der neutestamentarischen fundstücke stammt aus dem 4. - 6. jahrhundert, die zusammensetzung wurde ebenfalls erst im 4. jahrhundert festgelegt. zu diesem zeitpunkt war das christentum schon staatsreligion im mächtigsten imperium dieser zeit. zudem sind die texte von christen verfasst - aber das hat sicherlich keine auswirkungen auf den inhalt gehabt, das wurde alles neutral gehalten. jedenfalls musste beim neuen testament gar nix mehr geändert werden, es konnte direkt politisch (oder vielmehr christlich) korrekt verfasst bzw. zusammengestellt werden.

ich meine, müssen wir hier ernsthaft darüber diskutieren, ob die bibel wohl ein propagandainstrument der christen ist (wie der koran selbiges für moslems darstellt)? mir geht’s vielmehr um die geschichtsschreibung, die von christen betrieben wurde. und dass da ständig gemauschelt wurde, ist doch kein geheimnis. geschichte wurde immer von den siegern geschrieben.

vasili

03.02.2006 - 21.02 Uhr


@vasili:
die bibel als propaganda (und selbst wenn es “nur” um das neue testament geht) zu bezeichnen kann ich in erinnerung an einen ehemaligen propagandaminister aus dem rheinischen und seiner taten absolut nicht akzeptieren.
das neue testament ist alles andere als ein jubelblatt.
Es gibt wunderbar herausgearbeitete literatur hierzu, deren beispiel-rezitierung an dieser stelle den rahmen sprengen würde..
wenn christliche chronisten den inhalt des neuen testamants permanent erweitert oder retuschiert hätten, dann müssten dafür regelmäßig neue belege gefunden werden. aus jüdische quellen, aus nichtchristliche quellen, aus chrsitlichen (un noch unveränderten) quellen.
Auch müsste es wiedersprüchliche richtungen geben, in denen änderungen vorgenommen wurden, immerhin gab und gibt es doch nicht nur eine einzelne, einheiltlich-gleichgeschaltete kopierstation für bibeltexte.

@kristof:
all das und noch viel mehr
mein glaube hat jedenfalls nie etwas damit zu tun, den verstand über bord zu werfen (”…prüfet alles…”), oder sich in extatischer besoffenheit einer ideologie zu unterwerfen.
von c.s. lewis stammt dazu diese schönes zitat:
“gott will das herz eines kindes, aber den verstand eines erwachsenen”.

Claus

04.02.2006 - 13.46 Uhr


Ja, genau.
Nun ist der Gott (der kath. und ev. Kirche) einer, der sich nicht ständig offenbart, man muss also gezwungenermassen fest an ein (ziemlich haarsträubendes) singuläres Ereignis vor 2000 Jahren glauben.
Man kann natürlich auch seinen Glauben aus der eigenen Erfahrung schöpfen, also aus der Glauben an das Gute im Menschen, aus dem Staunen über die Komplexität und Schönheit der Welt, aus der eigenen Ethik oder eigenen besonderen Erfahrungen. Solch ein Glauben mit dem “Herz eines Kindes” wäre mir halbwegs verständlich. Ist aber nicht ganz die offizielle Lesart. Und weiterhin müsste der “Verstand des Erwachsenen” an einer Adamundeva - Schöpfung Zweifel haben. Oder?

Kristof

04.02.2006 - 15.53 Uhr


Ja, und zwar zu allem, was du da geschrieben hast.
die offizielle lesart der ev. oder kath. kirche oder einer sonstigen splitterfraktion ist zuallerst absolut unerheblich.
das a und o im glauben ist die persönliche beziehung zu gott, ohne die alles andere (”religiöse”) absolut nichtig ist.
dass der verstand hinterfragt, zweifelt und prüft (oder generell: benutzt wird), ist, wenn es denn einen schöpfer gibt, auch so von ihm gewollt.
auch jesus hat thomas nicht dafür verurteilt oder von sich gewiesen, als dieser zweifelte und zuerst einmal die wundmale berühren musste, bevor er eine entscheidung treffen konnte.

Claus

04.02.2006 - 21.41 Uhr


@claus: den begriff propaganda möchte ich hier nicht im kontext des dritten reichs verstanden wissen. du-bist-deutschland ist auch propaganda, ebenso des us-präsidenten rede zur lage der nation, die weihnachtsansprache der queen oder spiegel-artikel zum unsinn des kreationismus.

und ich habe doch oben schon gesagt, dass nicht das neue testament (bzw. dessen texte) verändert wurde. warum hackst du denn darauf so herum? ;-)

vasili

04.02.2006 - 22.16 Uhr


Aha, Claus, du bist also sozusagen super-evangelisch. Jeder erfährt seine Beziehung zu Gott also persönlich. Ein nachvollziehbarer, moderner Ansatz. Jedoch entgegen der Lesart der Kirche, zumindest was die Existentz Gottes angeht. Damit geht dir auf jeden Fall die 2000-jährige Kirchengeschichte und die Autorität vieler Theologen als Argumatationshilfe verloren. Du bist nunmehr recht “drewermannsch” auf dich allein gestellt.
Wo also bleibt nun Gott? Ist er deine eigene Projektion? Wozu brauchst du einen Gott, wenn man auch eine Ethik entwickeln kann ohne ihn? Was kann überhaupt der Auslöser sein, an so etwas wie einen Gott zu glauben? Wie hat er sich offenbart? Puff, einfach so?
Hättest du nie etwas von dem Kerl mit dem Rauschebart gehört, was würdest du dann glauben?

Kristof

05.02.2006 - 01.35 Uhr


Mein Fehler, wenn ich auch nur ansatzweise nach drewermann klinge, den ich mit ganzen herzen genauso verabscheue wie herrn fehrnsehpfarrer fliege.
das mit dem rauschebart, ich bin mir da nicht sicher, muss aus dem konsum des struwelpeters oder übermäßiger mengen coca-cola samt deren werbekampagnen stammen.
;)
hätte ich nie von jesus christus gehört, würde ich hoffentlich genauso aufrichtig versuchen mein leben zu leben, wie viele meiner nichtgläubigen bekannten, die meiner meinung nach nur ein fingerschnipp (”schnack”) vom glauben an jesus christus entfernt sind. bei einer mir sehr nahestehenden person war es genau so.
jahrzehntelang nichts, und *puff* wurde ihr plötzlich alles klar.
tolles argument, nicht? tut mir auch leid, dass ich nicht in der lage bin, dass vernünftiger zu beschreiben. ist für mich genauso schwierig bis unmöglich , wie alles andere, was am offenen herzen geschieht. glauben (=vertrauen, nicht vermuten) ist nach wie vor mit das persönlichste, was es gibt. ohne eigene initative passiert nichts (”klopfet an und euch wird aufgetan”), und das ist auch gut so (freier wille).

Claus (was für eine laie, oh boy)

05.02.2006 - 02.47 Uhr


Hm, jetzt hatte ich fast die Hoffung, dass mir das mal einer erklären könnte. Schade eigentlich.
Dennoch: Danke für deine Geduld.

Kristof

05.02.2006 - 09.15 Uhr


und ich Danke fürs Fragen, Einwenden und Nachhaken.
Auch wenn es nicht ein persönliches Gespräch ersetzen kann und soll:
ich schick dir mal einen unverfänglichen Schmöcker.
Ohne jeglichen Hintergedanken, Zwischendenzeilenaussagen oder sonstigen Ambitionen.

Claus

06.02.2006 - 22.20 Uhr


Lüdemann?

Kristof

07.02.2006 - 08.39 Uhr


nope.
aber ich könnte da sehr gerne noch ein gedrucktes streitgespräche zwischen lüdemann und thiede als dreingabe anbieten. nur pieps sagen und es ist dein.
;)

Claus

07.02.2006 - 21.29 Uhr


Jep. Das wollte ich mir ohnehin mal antun. Ich habe den Thiede hier schon gelesen, also den “Fisch für den Kaiser”. Also her damit.

Kristof

08.02.2006 - 00.10 Uhr


“was dem ami sein intelligent design, ist dem deutschen seine homöopathie (auch wenn es nicht 2/3 sind, sondern nur ein drittel). von der astrologie will ich gar nicht erst anfangen, die ist ohnehin international und nicht totzukriegen. für hämische spötteleien besteht jedenfalls kein anlass. spätestens jetzt nicht mehr.”

Man sollte mehr als nur 10 % seiner Gehirnkapazität nutzen! Dann kommt man zu anderen Schlüssen. Aber wer halt im engen Schlauch des monodimensionalen Kausalitätsdenekens gefangen ist, von dem ist kaum mehr zu erwarten als solche Ergüsse!

Kunibert

kunibert

13.10.2006 - 12.48 Uhr


ach ja, genau: die 10-prozent-gehirnkapazitäts-nutzungsgeschichte hatte ich ja ganz vergessen. auch ein klassiker unter den absurditäten, ebenfalls nicht totzukriegen.

vasili

13.10.2006 - 12.57 Uhr


Huuuch. Ein Zombie - Thread …

Kristof

13.10.2006 - 16.04 Uhr


das sagst du nur, weil du in einem engen schlauch monodimensionalen kausalitätsdenkens (oder -denekens) gefangen bist.

vasili

13.10.2006 - 16.24 Uhr


Ja.

Kristof

13.10.2006 - 16.26 Uhr


so macht das keinen spass.

vasili

13.10.2006 - 16.26 Uhr


Hihi! Hi!

Kristof

06.03.2007 - 21.36 Uhr


was’n jetzt los?

vasili

06.03.2007 - 21.38 Uhr


Alte Bookmarks sind auferstanden. Preiset die Bookmarks!

Kristof

06.03.2007 - 21.39 Uhr


ach so… hey moment: was heisst da «alt» - das war vor fünf monaten!?

vasili

06.03.2007 - 21.45 Uhr


Was wäre für dich denn “alt”? 42Jahre?

Kristof

06.03.2007 - 21.47 Uhr


heehee… ich verweigere die aussage!

vasili

06.03.2007 - 22.19 Uhr


:)

Kristof

06.03.2007 - 22.29 Uhr




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